3
Mrz
2009

Krise

Da hat sie mich erwischt, mit voller Breitseite, die Krise!
Und wie üblich verlangt sie Veränderung, brechen mit lieben Gewohnheiten und Neuorientierung. Und wie üblich braucht man eine große Portion Glück, um Möglichkeiten zu bekommen, die dann möglicherweise keine persönliche Krise daraus erwachsen lassen.

Krise ist immer auch eine Chance -- das erinnert mich immer an das Pfeifen des einsamen Spaziergängers im dunklen Wald, der, wenn er durch ist alles vergisst und sich in einen Lautsprecher verwandelt. "Ist doch alles halb so wild, jeder ist seines Glückes Schmied und überhaupt ...".

Krise ist immer auch eine Chance -- ich werde von irgendwelchen Idioten, die ihren Job nicht auf die Kette bekommen, die nichts anderes als die Gier nach immer mehr leitet, gezwungen mein Leben zu verändern! Und ich habe die große Portion Glück, keine Nummer bei diversen Agenturen ziehen zu müssen, die Portion, die anderen verwehrt bleibt.

Krise ist immer auch eine Chance -- diejenigen, die sonst immer die Versorgungsmentalität verdammen, lassen sich jetzt umso mehr umsorgen. Mit dem Geld, was jetzt der maroden Wirtschaft in den Hals geworfen wird, hätte sich der Hunger in der Welt beenden lassen. Und schon quaken sie wieder, die Propagisten des selbstregulierenden Marktes, der Staat müsse sich aber beizeiten wieder zurück ziehen. Damit sie dann so weitermachen können wie bisher. Vielleicht sollten man einen Blick auf die "Erfolge" des freien Marktes werfen, zB das Platzen der New-Economy-Blase, jetzt die durch die Banken ausgelöste Finanzkrise, die noch nicht ausgelöste Kreditkartenkrise, was ist mit der folgenden Inflation. Schließlich haben die usa und Briten ihre Gelddruckmaschinen angeschmissen und um eine Inflation zu verhindern, müssten beizeiten die Zinsen erhöht werden. Aber das würde wiederum der Wirtschaft schaden und das geht natürlich gar nicht! Lieber lässt man die Leute verrecken.
Sieht schon sehr stark nach Vorsatz aus, am Bildungssystem wird gespart, um eine möglichst große, schlecht ausgebildete Verschiebemasse zu "züchten", die notfalls auch unter die Brücken verschoben werden kann. Und die nicht die Mittel und das Selbstwertgefühl haben, um sich zu wehren.

Krise ist immer auch eine Chance -- glaubt wirklich irgendwer, dass sich durch Krisen etwas verändert? Im Würgegriff des Kapitalismus (theatralisch - aber ein sehr treffendes Bild) und da wird sich nichts dran ändern. Welche Krisen auch immer noch so kommen mögen.

Im Moment fleddert auf der Terrasse vor meinem Bürofenster ein Falke eine Taube und lässt sich auch durch neugierige Blicke nicht den Appetit verderben. Glotzt ihr nur, ihr Glotzer, ich habe Hunger. Sehr passend.

Wenn Arbeit etwas Geiles wäre, hätten die Bonzen sie für sich behalten!
gulli.com

Profil
Abmelden
Weblog abonnieren