8
Mai
2009

Wahljahr

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus! Und das heftigst, plötzlich ist alles knallgrün. Bis auf viele Augen und Nasen, die sind knallrot. Zauberhafter farblicher Gegenpart.
Für alle, die solch explodierendes, pralles Leben nicht aushalten, gibt es ein paar passend optimistische Lieder dazu, wie zB "Zauberland ist abgebrannt, Maikäfer flieg' ..." (oder so ähnlich).

Wahljahr 2009, acht Kommunalwahlen, vier Landtagswahlen, eine Europawahl, eine Bundestagswahl und eine Bundespräsidentenwahl. Und wieder wird das Stimmvieh in die Wahlboxen getrieben, darf mit Kreuzen gebrandmarkte Zettel in Urnen werfen und es wird sich wieder nichts ändern. Derselbe korrupte Politikerhaufen wird so weitermachen wie bisher, dieselben profillosen Nichtssager werden ihre aufgemalten Gesichter in Kameras halten und mit aller Macht den Status quo verteidigen. Und für beide - Stimmvieh und Wadenbeißer - gilt: bloß keine Veränderung, es könnte ja besser werden!

Wenn man "Massaker Türkei" googelt, dann ergeben sich bei 10 Suchergebnissen 5 Hinweise auf die Hochzeitsgegner, die anderen 5 weisen auf Morden an Kurden hin bzw. auf den Völkermord an den Armeniern. Da scheint die Türkei zensurtechnisch wohl unwichtiger als China.

Bisschen Wirtschaft?
Bei BMW sind die Absatzzahlen drastisch eingebrochen (lt. Süddeutsche), trotzdem sollen 200 Millionen € an Dividende ausgeschüttet werden.
Steinbrück treibt die Steueroasen-Sau durchs Dorf, woran man auch sehr schön den Stellenwert afrikanischer Staaten in Europa erkennen kann.
Lange ließ die Finanzkrise viele Deutsche kalt, doch jetzt geht die Angst um (lt. Spiegel online von heute).
Apropos - die Commerzbank benötigt keine weiteren Staatshilfen, wahrscheinlich.
Hier gibt's die Online Petition gegen Internetsperren, 53411 Unterzeichner sind es schon (Stand 08.05.2009, Mittags).

Zum Schluss aus gegebenen Anlass einen Gedankenfetzen aus einem Biergarten:
Es ist seltsam: Vor der Mobilfunkära wäre niemand auf die Idee verfallen, einen größeren Zuhörerkreis über ein defäktierendes Kleinkind zu informieren. Dank des Handys aber können auch Menschen, denen das Glück einer eigenen Familie versagt geblieben ist, an deren Freuden teilhaben.
Achim Killer, silicon.de

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